Gedankengewuselzeugs und so weiter und sofort

Hier melde ich mich mal wieder in einer stillen Minute (Stunde?) des Nachdenkens…während ein Huhn im Garten vor sich hin „boooooak“-t. 
Wir sind nun seit über 10 Monaten auf unserer großen Reise und erleben von Tag zu Tag so viel Neues, dass wir kaum dazu kommen über all das Nachzudenken, was uns hier geboten wird und was für ein Glück wir haben.

Am 17.April 2016 haben wir uns von Freunden und Familie verabschiedet und sind ins Ungewisse aufgebrochen. Niemand weiß was vor einem liegt – und das ist auch gut so. Hätte man mir damals gesagt, was ich alles erleben werde , hätte ich gelacht und den Kopf geschüttelt. Dieses Jahr steckt voller Erlebnisse, Erfahrung und Veränderung – ja, wir haben uns verändert. Wir haben andere Arten zu leben kennen gelernt. Wir sind nicht von Montags bis Freitags (oder auch mal Samstag/Sonntag) von 08-17 Uhr am arbeiten. Wir können am selben Tag entscheiden – was wir machen – wo wir es machen und vor allem wie lange. Es wird von Monat zu Monat schwieriger sich vorzustellen nach Deutschland zurück zu kehren. Wenn man einmal diese Tretmühle verlassen hat und gelernt hat ,was es bedeutet Frei zu sein – dann tut es einem im Herzen weh sein neues Leben aufzugeben, um in das alte Leben zurück zu kehren.
Weshalb ich gerade jetzt darüber nachdenke liegt daran, dass wir bald unsere neue Zweitheimat Australien verlassen werden , um allmählich  (GANZ LANGSAM) Richtung Heimat zu reisen.

Wir hätten nicht gedacht, dass uns dieses zu Beginn so fremde Land nun doch so ans Herz gewachsen ist. Man nimmt doch ziemlich viel vom „lockeren“ Lebensstil an und schaut nicht mehr verstört, wenn ein Fremder einen fragt wie es einem geht oder wie der Tag war. 
Ich werde das Lächeln auf den Gesichtern vermissen und die Art, dass jeder gerne bereit ist zu geben was er kann – ohne etwas zu verlangen. Hier wird sich gegenseitig motiviert statt gemeinsam gejammert. Irgendwie geht es immer weiter und meist ganz genau so wie man es sich wünscht – nur manchmal auf eine andere Art als gedacht. Man hat gelernt das Leben zu nehmen wie es kommt – und nun haben wir Angst eben diese Einstellung zu verlieren.

Aber ich denke, dass eben dieses Jahr uns wirklich nachträglich geprägt hat. Man kann es uns nicht mehr nehmen. Die Menschen, Tiere, Erlebnisse und Hindernisse haben uns reifen lassen. Es gibt Dinge die lernt man nie, wenn man in seiner Komfortzone bleibt und im sicheren Umfeld bleibt – man verpasst das wunderschöne Leben.
Wir freuen uns auf Asien und sind gespannt, was uns dort alles erwartet. Vor allem müssen wir unsere Backpacks nochmal aussortieren… (wie kommt Lara nun auf 18kg?!) .

Wir haben nur noch ca. 74 Tage auf Reise vor uns..und wir könnten noch 10000Tage mehr gebrauchen…aber Deutschland ruft nach uns. Was jedoch nach dem Studium ist, wissen wir noch nicht 😉 

Erstmal genug für Heute… wir trauen uns nämlich noch nicht den Flug aus Australien heraus zu buchen, weil es einfach schmerzt, dass diese Zeit vorbei geht – aber es muss weiter gehen damit viele neue wunderschöne Zeiten kommen können…

In diesem Sinne

Passt auf euch auf – erlebt aber auch mal was Neues.
Kriss und Lara

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