…unser Leben in Mordors Creek

Oh mein Gott…
Heute ist der 20.06.16 und wir sind bereits 5 Tage in Halls Creek, wovon wir 2 Tage frei hatten. Wir haben uns nun (voraussichtlich) 3 Monate selbst versklavt, um in diesem Loch zu arbeiten.

Nun natürlich die Frage… wie ist es so?

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Wir sind Donnerstag abends in Halls Creek angekommen und wurden von Stacey, unserer Vorgesetzten, begrüßt. Anschließend ging es für uns in unser zukünftiges Zuhause. Ich nenne es liebevoll den „Container“.
Wir leben nun also die nächsten 3 Monate in einem Wellblechcontainer, den wir bislang mit einem kanadischen Pärchen teilen, während noch 2 weitere ( eine Taiwanesin und ein Kiwi) unsere Küche und Sanitäranlagen mitnutzen.

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Der ganze Spaß kostet uns insgesamt 300 Dollar die WOCHE.
Wir haben leider keine andere Wahl, da der Campingplatz hier nicht einmal eine Küche hat und wir 3 Monate nicht ohne Kühlschrank und Strom leben wollen.

Die ersten Tage hier im Nirgendwo waren doch sehr anstrengend. Anders als die meisten anderen Australier hat unsere Chefin die Auffassung, dass alles super schnell und sofort sein muss – nichts hier mit „No worries“-und so. Von daher habe ich die Tage damit verbracht Kartons auszupacken, Reisbeutel mit Käfern drin auszusortieren und abgelaufene Babynahrung wegzuwerfen 😂.
Lara hat im Gegensatz zu mir dafür viel Kontakt mit den Einheimischen hier gehabt. Einheimische bedeutet in Halls Creek , dass 90% unserer Kunden Aboriginies sind und 10% Reisende auf der Durchfahrt.
Von daher ist es an Halls Creek nicht verwunderlich, dass es ein Alkoholverbot gibt, welches keinen harten Alkohol erlaubt ( Bier nur bis 2.5% Alkohol). Das heißt für uns, dass wir demnächst mal 4 Stunden nach Kununurra fahren müssen, um Alkohol zu kaufen, weil es sich ohne nur schwer aushalten lässt.

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Halls Creek selbst besteht aus einer Hauptstraße , dem Great Northern Highway und nicht viel drum herum (Außer dem „Wolf Creek“-Krater nachdem ein Horrorfilm benannt ist 😂😂😂). Es gibt eine Tankstelle, ein Krankenhaus (mit 8 Betten und einem Arzt, wenn man Glück hat) und den Supermarkt, in dem wir arbeiten.
Die Kundschaft selbst wird hier gefeiert als wäre sie die Queen höchstpersönlich. Es wird DIREKT eine zweite Kasse aufgemacht, sobald 2 Kunden an einer Kasse stehen. Es interessiert die Kunden auch nicht, dass eine Kasse geschlossen ist – man legt trotzdem seine Waren ab und *DING* es muss sofort ein Arbeiter die Kasse eröffnen.
Wir wollen uns auch gar nicht beschweren, denn unser Geld ist deutlich leichter verdient,  als das der Farmarbeiter. Da lässt sich darüber hinwegsehen, dass das Geld der Leute in ihrem schwitzigen BH steckt oder die Kreditkarte vor dem Zahlen nochmal ordentlich abgeleckt wird. Es ist wirklich ein seltsames Volk hier.. Was übrigens in unserem Supermarkt am häufigsten geklaut wird sind Flip Flops. Die Leute kommen ohne Schuhe herein, suchen sich ein Paar Flip Flops aus und gehen dann gemütlich wieder aus dem Laden 😂

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Nee, was ist das schön hier.
Die nächsten Tage verlassen 3 Mitarbeiter den Supermarkt, so dass wir nicht damit rechnen, dass wir nochmal so viel freie Zeit haben wie gerade.
Außerdem werden Abschiede hier in ordentlicher Manier gefeiert. Es wird sich ab 17 Uhr bei uns vor dem Container mit Alkohol betrunken(welcher aus 4-6 Std. entfernten Städten stammt ), um gegen 20Uhr zu dem einzigen Pub hier zu wechseln. Wir waren jedoch dezent enttäuscht als wir feststellen mussten, dass der Pub lediglich ein Restaurant mit Bar ist. 

Naja…ich würde sagen, dass wir noch etwas Zeit brauchen, um uns in diese bereits lange bestehende Runde aus Native-Speakern einzugewöhnen.
Vor allem aber, um uns an die Stadt selbst zu gewöhnen.

Aber eins trifft jetzt schon zu… man dreht hier bereits etwas am Rad 😂

Wir werden die nächsten Tage Versuchen Videos hochzuladen, denn heute klappt zum ersten Mal das W-lan auf dem Laptop.

Wir berichten natürlich fleißig weiter aus der Einöde.

Krissi und Lara

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