Wir sind Klopapier-Diebe!!!

So ihr Lieben,ich darf die frohe Kunde verbreiten: nach langem Suchen und Hadern,haben wir nun endlich einen Job so gut wie sicher!
Aber alles von Anfang an…
Nach der Nacht mit den kuschelbedürftigen Schaben,ging es für uns weiter nach Halls Creek.

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Halls Creek kann man sich vorstellen als eine Straße zum Durchfahren mit einem IGA Supermarkt  (vergleichbar mit Rewe),einer Tankstelle,einem Motel und einem Caravanpark…da geht also mal wieder richtig die Lutzi ab!
Verzweifelt,wie wir langsam mit der Jobsuche waren,bewarben wir uns mittlerweile bei Alles und Jedem,sowohl über allmögliche Seiten im Internet als auch mit ganz altmodischem Abklappern aller Geschäfte.
Der Tipp eines Franzosen war es, dort nach Arbeit zu fragen, wo sowieso keiner lange bleiben will-klingt logisch!
Halls Creek sah für uns demnach nach einer echten Jobchance aus!
Bei der Tankstelle hatten wir leider keinen Erfolg und auch die nette Dame vom Motel,die für uns noch durch die Gegend telefonierte,machte uns nicht allzu viel Hoffnung. Wir sollten uns lediglich am nächsten Tag beim IGA mal vorstellen und dort anfragen, da dort nicht sicher war ob Mitarbeiter gesucht werden würden. Eine ebenfalls sehr freundliche Dame teilte uns daraufhin mit, dass sie nicht genau wisse ob sie noch Personal benötige,aber wenn wir bis zum Nachmittag des nächsten Tages Nichts von ihr hörten, hätte sie leider keine Stelle für uns. Wir fuhren also schon ein Stückchen weiter Richtung Norden und warteten dort bei einem kostenlosen Schlafplatz (mit ganz schrecklich stinkenden Mülltonnen) geduldig auf einen Anruf.
Die Wartezeit wurde uns prompt versüßt,denn wer kam plötzlich um die Ecke gefahren? Richtig! Zum fünften Mal unabgesprochen begrüßten wir unsere deutsche Gesellschaft, Claudia und Dominik aus Hamburg und verbrachten mit ihnen die folgenden Tage.Es kam allerdings was kommen musste-Nichts.Kein Anruf von der IGA Dame und somit auch kein Job….etwas frustriert aber dennoch motiviert weiterzusuchen,fuhren wir nach Kununurra.Ein kleines Städtchen mit einigen Farms drum herum und vielen Caravanparks,als auch Hotels.Unser Campingplatz lag diesmal direkt an einem schönen See und wir hatten das Glück unseren Stellplatz auch direkt an diesem zu haben. Außerdem gab es einen sehr schönen großen Pool dem wir einige Besuche abstatteten innerhalb der drei Tage die wir beschlossen dort zu bleiben, um uns auf Jobsuche zu begeben.

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Auch diese Suche war nicht erfolgreich, jedoch hat nun ungefähr 80 Prozent der Stadt einen Lebenslauf von uns.
Neben der ganzen Sucherei,schafften wir es dennoch ein zahnloses Krokodil zu beobachten und zwei Walks mit Dominik und Claudia zu absolvieren,wovon einer ein kleiner Berg war den es zu besteigen galt.Dies geschah mal eben innerhalb von maximal 10 Minuten, da die Sonne drohte unterzugehen und alle ja möglichst noch einen Schnappschuss zum richtigen Zeitpunkt haben wollten! Schweißgebadet hatten wir dann eine tolle Aussicht über die Stadt!

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Herzerfrischend war auch eine abendliche Begegnung…wie könnte es anders sein…auf dem Klo.
Als Kristin wieder von ihrem Thron hinunterkam,schlich fast gleichzeitig und kaum merklich eine ältere Dame aus der anderen Toilettentür hinaus, um uns völlig unerwartet an den Kopf zu werfen, wir sollten es doch bitte unterlassen,immer die Klopapierrollen abzurollen und mitzunehmen.Kristin war daraufhin total perplex,worauf die merkwürdige Frau dann widerrum fragte ob wir überhaupt Englisch könnten.Das setzte dem ganzen noch die Krone auf.Mein Geduldsfaden riss langsam aber sicher. Etwas säuerlich,ließ ich mich dazu herab der selbsternannten Kloaufsicht zu erklären, dass Kristin aus hygienischen Gründen einfach nur sehr gern Klopapier auf ihrem Toilettensitz auslegt,damit sie sich ruhigen Gewissens darauf niederlassen kann…im Nachhinein fiel mir dann ein,dass es auch ganz andere Gründe hätte geben können,die es erforderten etwas mehr Toilettenpapier als drei abgezählte Blättchen zu verwenden-Sprühdurchfall zum Beispiel oder monatliche periodische Vorkommnisse-und dass dies mit Sicherheit keiner Rechtfertigung unsererseits bedurfte!
Die alte Schachtel bat im Anschluss an meine Erklärung zuvor, zumindest um Entschuldigung, musste aber unbedingt trotzdem noch loswerden,dass Backpacker ja meistens total pleite sind und sich gerne selbst mit solchen Aktionen ins schlechte Licht rücken…Äh ja und was sollen wir da nun tun? Da wir uns nicht direkt als die herkömmlichen,19-jährigen,feierwütigen,Klopapier-Klauenden Backpacker betrachten, interessierte uns reichlich wenig, was andere wohl über Backpacker dachten und noch weniger was diese penetrante Frau uns dazu zu sagen hatte.
Nach erfolgreich beendeter Diskussion bekamen wir tatsächlich unerwartet am gleichen Abend noch eine SMS von Stacey der IGA-Frau…Wir dachten uns,das könne nur Karma sein dafür dass wir unser Toilettenpapier brav selbst kaufen.
Stacey bot uns genau den Job an, mit dem wir schon gar nicht mehr gerechnet und eigentlich schon abgeschlossen hatten.
Am nächsten Morgen rief sie uns an und erklärte uns alle weiteren Details zum Job.Kommenden Mittwoch ist unser erster Arbeitstag im Supermarkt,wo wir dann, wenn alles gut läuft, drei Monate ackern werden, um unsere weiteren Reisen zu finanzieren 🙂 
Wir beschlossen trotzdem bis nächste Woche weiter gen Norden zu reisen, um einfach mal etwas anderes zu sehen und werden uns rechtzeitig wieder auf den Weg runter machen.
Der Tag heute war somit geprägt von der Autofahrt zu einem wunderschönen,großen See (Lake Argyle) und dem Plantschen im Infinitypool mit Blick auf Ebendiesen.

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Nun geht’s auch schon ins Bettchen.
Gehabt euch wohl und passt immer gut auf euer Klopapier auf 😉

Lara und Krissi

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