Das große Krabbeln beginnt

Nach einer längeren Blogpause,gibt es nun endlich mal wieder ein wenig Content zu den letzten Tagen 😉
Nachdem wir schweren Herzens von der Walhaitour Abschied genommen hatten mit einem Dairymilk Cadbury Eis (natürlich 99% „fatfree“,denn egal was man hier kauft,es ist scheinbar angeblich alles total fettarm?! Steht zumindest drauf :D), ging die Route für uns weiter in den Karijini Nationalpark,der von vielen als sehr schön beschrieben wurde und ein Muss auf dem Weg in den Norden ist.

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Da der Weg dorthin sich als länger entpuppte,als ursprünglich erwartet,machten wir noch einen Zwischenstopp in einem deutlich kleineren und seltener besuchten Nationalpark unweit von unserem eigentlich angestrebten Ziel.
Dort stellte sich unser für die Nacht gedachter Spot aber, nach einem kurzen Plausch mit einem Australier,der dort lediglich ein Foto von der überragenden Aussicht machte, leider nicht als Übernachtungsmöglichkeit heraus. Wir wogen das Risiko ab wie wahrscheinlich es schon sein würde,dass ausgerechnet dort wo wirklich nicht viel los war,ein Ranger vorbeikommen würde um uns auf die Finger zu hauen und uns eventuell eine Geldstrafe aufzudrücken…
Wir waren an dem Abend mal wieder ganz rebellisch drauf und entschieden uns die Nacht allein in der Wildness mit dem wunderschönen Blick ins weite Tal zu verbringen.

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Während Kriss die Zeit als es dunkel wurde nutzte,um Fotos vom Sternenhimmel zu schießen(in Deutschland sieht man ungefähr 1/4 der Sterne die man hier erblicken kann),kam ich auf die glorreiche Idee mich irgendwo im Nirgendwo nackig auf nen Felsen zu stellen und die kalte Brise (eher ein sehr starker Wind der aufkam) zu genießen…wann hat man schon mal so eine Gelegenheit, außer in der Sauna?:D
Die Nacht überstanden wir mit Ach und Krach und immer ein wenig Angst,der böse Ranger würde doch kommen uns zu holen!
Den Tag verbrachten wir überwiegend mit der Weiterfahrt und schon einem kleinen Reinschnuppern in den Karijini NP ganz am Rand bei der „Harmesley Gorge,wo es wunderschöne natürliche Pools“ zum Abkühlen und Auffrischen gab (als Backpacker nutzt man alles was man kann um kostenlos zu „duschen“ ;-))
Die darauffolgende Nacht unmittelbar vor dem Karijini NP,schliefen wir tatsächlich auf einer ganz legalen Restarea,die sich als „Rip Lookout“ herausstellte.Ganz viele Steine wurden dort mit Gedenksprüchen beschrieben,um an geliebte verstorbene Menschen zu erinnern.Auch wir legten am nächsten Morgen vier Steinchen in die Sonne 🙂
Nun hieß es auch wirklich endlich hinein in den Karijini und auf zu unserem Campingplatz im Inneren des Parks,der natürlich Geld kostete und wir uns deshalb zuvor so viel Zeit gelassen hatten um noch ein paar kostenlose Nächte zu haben 😉
Dort angekommen erkundeten wir kurz das Camp und machten uns dann schon auf den Weg die ersten Schluchten zu bewandern,was teilweise wirklich sehr steil und eine wacklige Angelegenheit und eigentlich auch nur für „experienced bushwalker“ also…erfahrene Buschgänger (mal ganz wörtlich übersetzt) gedacht war…aber egal, wir fanden die in der Kindheit gesammelten Buscherfahrungen dürften völlig ausreichen!

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Auf den zweiten Tag im Park freuten wir uns besonders,denn wir hatten schon im Voraus eine „Canyoningtour“ durch einige andere Schluchten gebucht, wo man sich unter anderem Abseilen und von höheren Klippen hinunterspringen muss. Was für richtige Abenteurer eben!
Unsere Freude wurde jedoch am Morgen des Tourstarts jäh zerstört.
Der Tourguide bat alle mit besonderen gesundheitlichen Einschränkungen nochmal persönlich mit ihm zu reden.Zuvor hatten wir ihn in einer Email schon darüber aufgeklärt,dass Kristin momentan aufgrund einer Thrombose Blutverdünner nimmt und deshalb im Falle des Falles bei einer Verletzung leider bluten würde wie ein geschlachtetes Schwein und möglicherweise damit auch nicht mehr aufhören würde.Der Guide reagierte darauf schriftlich relativ locker…dies sah leider kurz vor der Tour anders aus.
Er entschied, dass es zu risikoreich für Kristin sei und er es verantworten und auch dafür haften müsse ,wenn etwas passiere.Aus der Traum.Die Tour war für uns leider gelaufen…Wir waren sehr gefrustet,beschlossen allerdings die wichtigsten und schönsten Schluchten ohne Tour zu durchwandern,darunter der berühmte Spiderwalk in der „Hancock Gorge“,die „Knox Gorge“ und die „Fortescue Falls“ mit den „Circular Pools“.Das klappte alles wunderbar und Kriss ist auch tatsächlich nicht verblutet 😉

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Weiter ging die Reise nun nach Port Hedland.Eine kleine Stadt in der nicht wirklich der Bär steppt und die uns nur als Zwischenstopp zum Proviantfüllen und Tanken diente. Achja…und ein bisschen Internet suchten seit langem in einer Bibliothek durfte auch nicht fehlen (leider nicht genug Internet zum Hochladen eines Videos =( )
Wir freuten uns richtig auf die darauffolgende Stadt Broome,die mal wieder eine etwas größere Metropole zu sein versprach in der wir unser Auto einem Routinecheck unterziehen wollten…auch hier wurde unsere Hoffnung bitter enttäuscht 😀
Ich würde einfach mal ganz mutig behaupten…diese Stadt war definitiv kleiner als Dortmund und hatte bis auf den „Cable Beach“,der am häufigsten fotografierte Strand in Westaustralien,ein Freilicht Kino,einen Nachtmarkt und einen leckeren Mangosmoothie,den wir uns mit zwei Deutschen(die wir nun schon zum dritten Mal unabgesprochen trafen und die auch einen Blog ihrer Reise betreiben http://www.weltreize.com ) gönnten, wenig Erwähnenswertes zu bieten.

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Achja doch…eines fiel uns dann eines Abends schlagartig auf…auf dem Weg zum allabendlichen Klogang…mit der Taschenlampe auf dem Kopp leuchteten wir wie immer fröhlich vor uns hin…bis ich etwas reflektierendes doch recht zügig auf mich zukommen sah…als ich das Licht etwas länger darauf richtete fiel es mir wie Schuppen von den Augen…überall im Gras saßen nicht ganz so winzige Spinnentiere rum…in förmlicher Todesangst schubbste ich Kristin zurück in den Wagen und hechtete hinterher.
Dort saßen wir nun.Im Wagen.Unfähig uns zu bewegen.Toll.Spinnenphobiker in Australien-Herzlich Willkommen….
Der restliche Klogang bestand dann aus panischem aus dem Auto springen und zum Klo rennen ohne die Spinnen eines Blickes zu würdigen,nur um auf dem Rückweg dann deren Standorte genau zu begutachten und wie durch ein Minenfeld zu tappsen….paradoxer geht’s nicht.
Nach Broome folgt nun gerade der längere Weg nach Kununurra ,den man entweder über die Gibb River Road (eine ewig lange Schotterpiste,die schon einigen Autos alles abverlangt hat) oder den normalen Highway bestreiten kann.
Kurzerhand entschieden wir uns für die für uns angenehmste Route – den Highway! Einziger Nachteil,die schönsten Orte,die man an der Gibb River Road fast automatisch abfährt müssen wir nun extra vom Highway aus anfahren.Es gibt Schlimmeres.Geplatzte Reifen zum Beispiel 😉

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Heute haben wir sogleich dann auch 200km Schotterpiste zum „Tunnel Creek“ auf uns genommen.Eine Höhle in der man Fledermäuse,Schlangen,Kriechgetierse und sogar Krokodile sehen kann. Tatsächlich haben wir eine kleine Schlange,Fledermäuse und drei Krokodile gesehen, die sich im gleichen Wasser tummelten,durch das wir durchwaten mussten um wieder aus der Höhle hinaus zukommen…Ein wenig mulmig war uns schon, hatten wir nicht zuvor den schönen Bericht der Frau gelesen die einfach mal beim Baden gefressen wurde 😀
Aber-wir haben es überlebt und wir waren schließlich auch nicht die einzigen Besucher der Höhle dort 😉
Aktuell befinden wir uns in Fitzroy Crossing,sind- Gott sei Dank-nach zwei Tagen des Nichtduschens bei absolut tropischen Temperaturen,endlich wieder frisch und haben hier auch ein paar weitere Freunde gefunden….Mücken besuchen uns sehr sehr gerne und vorhin fiel mir beim Spülen eine Schabe in den Nacken.
Ich weiß noch nicht genau ob ich das alles seelisch durchhalte aber ihr werdet weiterhin darüber in Kenntniss gesetzt 😉
Entschuldigt Bitte diesen unfassbar langen Text.Es fehlen mit Sicherheit noch einige witzige Anekdoten und Erzählungen,aber das würde den Rahmen vermutlich sprengen 🙂
Wir machen nun Heia!
Liebe Grüße,
Lara und Krissi

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